WILHELM GROENER

 

„Unser Alter Ego, der WILHELM GROENER, stellt uns immer wieder vor die Herausforderung, unsere Strategien in einem neuen Rahmen zu verhandeln, Perspektiven zu weiten, stets aufs Neue Tragik und Komik, Chaos und Ordnung auszuloten und dabei nicht zu vergessen, worauf es im Leben wirklich ankommt!“

K-Projekt / © Mariola GroenerK-Projekt / © Mariola GroenerK-Projekt / © Mariola Groener

PORTRAIT

PRODUKTIONEN

Es gibt Bilder, die man nicht vergisst. So eines ist WILHELM GROENER in „Hotel Hassler“ gelungen. Es ist schon einige Jahre her. Aber immer, wenn man Günther Wilhelm auf der Bühne sieht (Mariola Groener, die studierte Fotografin, steht eher hinter der Bühne), ist es wieder da. Dieses im eigenen Körper gefangene, unbewegliche Holzmännchen, dessen Augen dafür umso schneller panisch hin und her huschen. Jedes Mal aufs Neue schiebt sich dieses Bild, kaum wird man Wilhelm ansichtig, vor das reale Bühnengeschehen. Und fast kommt es einem wie ein Teil des Konzepts der Künstler vor. Denn in ihren Arbeiten sind immer mehrere Böden eingezogen. Ironie ist den beiden eher fremd. Sie arbeiten mit akribischer Ernsthaftigkeit, aber sie lieben das Absurde und die Ambivalenz. Wie zuletzt in ihrer Arbeit „Heilung“. ‚Heilung‘, das klingt ein wenig nach Verblödung. Hirn ausschalten und alles ist gut. Man muss nur glauben an das Versprechen. Bei WILHELM GROENER rauschen tatsächlich beruhigend die Wellen und mit verspielter Freundlichkeit zelebrieren drei Tänzer heilende Gesänge. Summen, legen den Kopf in die Hände der anderen. Lassen dieses vibrierende Summen lauter werden, treten zurück, und auf einmal ist es so, als ob sich der Klang, die Schallwellen, der Raum weiten würden. Das hat tatsächlich etwas Wohltuendes. Aber dass man so gebannt und vergnügt zuschaut, hat einen anderen Grund. Es liegt an dieser merkwürdigen, nicht erklärbaren Ambivalenz. Die so fein das Geschehen durchdringt, dass man den Künstlern einfach nicht auf die Schliche kommt.
Michaela Schlagenwerth


K-Projekt (Arbeitstitel) (2014)
3 performers, stage 10 x 10 m, 60 min

Heilung (2013)
3 performers, stage 8 x 8 m, 55 min

Am Bildaltar (2010)
3 performers, stage 8 x 8 m, 60 min

Am Anfang war das Ende (2009)
4 performers, stage 8 x 8 m, 60 min

Hotel Hassler (2008)
3 performers, stage 8 x 8 m, 50 min

Wie ist dein Name? (2007)
2 performers, stage 8 x 8 m, 50 min

Ortnung (2002)
2 performers, stage 8 x 8 m, 60 min

33 SKIZZEN (since 2001)
ongoing performance project, 2 performers, space, length and set variable

Getrennte Präsenz (2001)
solo, stage 8 x 8 m, 40 min

BIOGRAPHIE

MATERIALIEN

Seit 2001 verbinden die Künstlerin Mariola Groener und der Tänzer Günther Wilhelm ihre Namen und Künste zum Label WILHELM GROENER. Die Stücke „Vorgang benutzt“, „Paravent privé“ und „Hotel Hassler“ wurden zur TANZPLATTFORM DEUTSCHLAND 2000, 2006 und 2010 eingeladen. WILHELM GROENER arbeitet im Moment zwischen Berlin und Amsterdam. Mariola Groener, in Polen geboren und in München aufgewachsen, studierte Fotografie und Film/AV Medien in Berlin und Essen. Sie arbeitet weiterhin als bildende Künstlerin und ist Mitbegründerin des Ausstellungsraums forever and a day Büro. Günther Wilhelm, in München aufgewachsen, studierte Butoh sowie klassischen und modernen Tanz in München und Berlin. Er war langjähriges Mitglied von VA Wölfl’s NEUER TANZ in Düsseldorf und arbeitete u. a. mit Dumb Type und Anna Huber.