Isabelle Schad

 

„Im Zentrum meiner Arbeit steht der Körper in seiner Materialität, seiner Prozesshaftigkeit und Erfahrbarkeit: Der Körper als Ort, Raum und Prozess. Das Verhältnis zwischen dem Körper und seinem Abbild ist das einer doppelten Membran.“   

Collective Jumps / © Laurent GoldringDer Bau / © Laurent GoldringCollective Jumps / © Laurent Goldring

PORTRÄT

PRODUKTIONEN

Isabelle Schad tanzt. Mitunter so, dass einem das Herz aufgeht, dann wieder kommt man aus dem Staunen nicht heraus, angesichts der Figuren, die ständig neue Gestalt annehmen. Dynamik und Form bedingen sich. Nur auf den ersten Blick erscheint es als Paradox, wenn, wie in ihrer Solo-Serie Der Bau, erst die Verhüllung unter Stoffbahnen die inneren Vorgänge im Körper nach außen hin sichtbar werden lässt. Dann überschreitet ihr Tanz die Grenze zur bildenden Kunst und verlässt sich dennoch auf die Prinzipien von Choreografie, die sie, wie sie sagt, als Handwerkskunst versteht. Sie ist eine akribische Forscherin, der Praxis des Body Mind Centering® folgend bis in die Zellen des Körpers hinein. Momentum, Rhythmus, der Lust an der Bewegung nachspürend ist ihr Ansatz hoch musikalisch motiviert. Künstler, die sie im Denken inspirieren – Laurent Goldring für den bildhaften Ausdruck, Alain Franco für die Musik – holt sie sich an die Seite, um ihrem Tanz neue Dimensionen zu öffnen. Sie selbst beschäftigt sich seit Jahren mit asiatischen Kampfkünsten und der Philosophie des Tao. Ein Weg zu Wachstum und Wandel, der unermüdliches Üben voraussetzt, wie sie in ihrem jüngsten Solo Fugen beeindruckend zeigt. Isabelle Schads Tanzkarriere begann mit dem Ballett. Ensemblearbeit, die Bildung von Gruppen – sie spricht von „Gruppenkörper“ – vermittelt sie heute in einem Prozess des Teilens, der das Individuum anerkennt und darüber hinaus das Politische und das Spirituelle einzigartig und kongenial verbindet.
Irmela Kästner




An Un-Folding Process (2014)

Collective Jumps (2014)

Der Bau (2014)

Fugen (2015) 

 

 

BIOGRAFIE

MATERIALIEN

Die Tänzerin und Choreografin Isabelle Schad studierte klassischen Tanz in Stuttgart und tanzte für viele Choreografen, bis sie 1999 anfing, ihre eigenen Projekte zu initiieren. Ihre Forschungsschwerpunkte sind u. a.: der Körper und seine Materialität; das Verhältnis zwischen Körper, (Re-)Präsentation, Form und Erfahrung; Praxis als Lernprozess; Gemeinschaft; politisches Engagement. Ihre Arbeiten befinden sich an der Schnittstelle zwischen Tanz, Performance und bildender Kunst und werden international gezeigt. Sie ko-initiierte mehrere Projekte/Gruppen, die nach Möglichkeiten der Verknüpfung unterschiedlicher Recherchen und Praktiken suchen, wobei Produktionsweisen von den Beteiligten hinterfragt werden. Ihre Lehrtätigkeit findet weltweit und in verschiedenen Formaten statt. Sie ist Ko-Leiterin eines Projektraums in der Wiesenburg in Berlin.