Dani Brown

„Meine künstlerische Arbeit speist mein allgemeines Interesse an der Frage, »wie kann man dem Menschen und allen anderen Wesen auf eine Art und Weise begegnen, die uns neue Perspektiven für den Umgang miteinander eröffnet?« Stellen Sie sich eine Begegnung vor, die zugleich unheimlich und schön ist – wie die Magie selbst, eine Begegnung, die alles sprengt, was wir zu wissen glauben, die die Konventionen, die wir als gegeben hinnehmen,  in Frage stellt. Ich habe großen Respekt  vor der Begegnung mit dem Publikum, vor dem phänomenologischen Moment, in dem eine Gruppe von Fremden und ich selber gefangen sind – ein Moment, der sich niemals wiederholen wird.“

How do you imagine the devil? / © DKB SchmidtHow do you imagine the devil? / © DKB SchmidtHow do you imagine the devil? / © DKB Schmidt

PORTRAIT

PRODUKTIONEN

In einer feinen Anwaltskanzlei in Berlin. Gleiches Haus wie das Nobelhotel Waldorf Astoria. Durch die hohen Scheiben deutet eine geschmackvoll gekleidete Amerikanerin auf die künftige Shopping Mall Bikini Berlin am Bahnhof Zoo. Sie scheint perfekt hierher zu passen: in diesen Konferenzraum, der selbsttätig jede Unterhaltung aufzeichnet. Dani Brown hat unseren Blick ans Fenster gelenkt. Gegenüber sind Dachterrasse mit Swimming Pool geplant. „Bikini Berlin“, flötet sie. Wir drehen uns wieder um zu ihr. Sie hat fast nichts mehr an, nur ihren knappen Bikini – und sie singt uns an. Dani Brown ist: die  verkörperte Verführung zum Kauf und zum Rausch. Ihre Auftritte sind die Höhe. Sie ist das verkörperte Risiko, und Verführung ist die Essenz ihrer One-Woman-Kunst. Auf Kampnagel in Hamburg brachte sie 2012 ihre Soloshow „How do you imagine the devil?“ heraus. Der Teufel erscheint leibhaftig in Gestalt einer Frau, die aus einer kleinen Stadt am Ontario-See im Staat New York stammt. Dort schauen sich Beschaffungskriminalität und Protz jeden Tag tief in die Augen. List und Tücke gibt es auf beiden Seiten. Sich den Teufel vorzustellen heißt, sich die Betuchten und die mit dem letzten Hemd am Leib genau anzusehen. Dani Brown verkörpert sie beide. Sie weiß, woher sie kommt: nicht nur aus einer Tanzschule. Indem sie die Spartengrenzen mit unglaublicher Stimme übertanzt, setzt sie voll auf körperlich streng kontrollierte Exaltiertheit. Und auf ihren liebenswert frechen Humor. Den hat sie vom Teufel  persönlich.

Arnd Wesemann

HOME: THE FANTASY OF CULTURAL SOLIDARITY OR BOBBY CAN YOU CLEAN THE ECTOPLASM OFF THE WALL? (2013)
3 performers, stage 70 m², 80 min

How do you imagine the devil? (2012)
solo, stage 50 m², 60 min

IT’S GONNA BLOW (2010)
4 performers, stage 70 m², 60 min

BIOGRAPHIE

MATERIAL

Dani Brown stammt aus Rochester, New York. Nach verschiedenen Aktivitäten im Kulturaustausch schloss sie den Bachelorstudiengang Tanz mit der Spezialisierung Dance Maker am ArtEZ Institute of the Arts in Arnheim ab – dem früheren European Dance Development Centre. 2005 war Brown Mitbegründerin von FINGERSIX, einem Kollektiv von fünf Künstlern. Heute pendelt sie zwischen Berlin und Hamburg und arbeitet international als freie Choreografin, Performerin, Dramaturgin und Pädagogin.