Claudia Bosse

„Mich interessiert das Situieren von Körpern in Räumen und in der Zeit. Der Körper als immer relational agierender – zu Räumen, zu Informationen, zu Anderen, zu seiner Erinnerung, zu Sprache. Relationales körperliches Formulieren als produktive Verfremdung, als Multiplikation der eigenen Vorstellungen.“

catastrophic paradise / © Eva Würdingercatastrophic paradise/ © Eva Würdingerurban laboratory IDEAL PARADISE fragment 18 / © Bärbel Müller

PORTRÄT

PRODUKTIONEN

In konkreten Räumen – eine städtische Brache, ein ethnologisches Museum oder ein Caritas-Geschäft – befasst sich Claudia Bosse mit deren Geschichte/n und innewohnenden Bewegungen. Es entstehen nicht „neue“ Räume, die komponiert werden, sondern Räume, die durch ihren Gebrauch entdeckt werden: Durch Bewegungsmodule, Ton- und Lichtspuren, Dokumente und Objekte befragt, mit einer zeitlichen Struktur durchzogen und in mögliche gesellschaftliche Zusammenhänge gesetzt, weisen sie über ihre Grenzen hinaus zu historischen, politischen, geografischen Körper- und Denkräumen. In diesen zwischen Performance und Installation angesiedelten Arbeiten sind die Körper der Performerinnen und Performer wie auch aufgezeichnete, in Objekten und Architektur verräumlichte Stimmen wesentliche Mitspielende, während die Körper der Zuschauerinnen und Zuschauer die angebotenen Situationen innerhalb der räumlichen Choreografie aktivieren und komplementieren. In ihrem mehrteiligen Projekt IDEAL PARADISE bewegt sich ihr Blick zwischen diesen Räumen und einer politisch und wirtschaftlich vernetzten Welt. Aus Fragen zu Territorium, Rassismus und Ritualen, die sie als Triebfedern von Gesellschaften betrachtet, entwickelt Bosse die jeweilige Erscheinungsform ihrer Räume und der sich in ihnen ausbreitenden Körper und Materialien; Stimmen der Mitspielerinnen und Mitspieler unterschiedlicher Disziplinen und von Menschen aus diversen kulturellen Kontexten sowie Weltnachrichten und Analysen aus Soziologie und Architekturtheorie bilden den Motor, um ästhetische Mittel zu generieren, welche die Zusammenhänge der uns umgebenden politischen Wirklichkeiten entdecken.
Silke Bake 

 

 

catastrophic paradise (2014)

thoughts meet space athens (2014)

what about catastrophes? (2014)

a first step to IDEAL PARADISE (2015)

a second step to IDEAL PARADISE (2015)

a third step to IDEAL PARADISE (2015)

thoughts meet space cairo (2015)
in cooperation with Günther Auer urban laboratory

IDEAL PARADISE (2015)

IDEAL PARADISE (2016)

IDEAL PARADISE clash (2016)

IDEAL PARADISE transition (2016)

BIOGRAFIE

MATERIALIEN

Claudia Bosse ist Künstlerin, Choreografin und künstlerische Leiterin von theatercombinat. Nach dem Studium der Theaterregie an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin arbeitet sie zwischen Installation, (Raum-)Choreografie, Theater und urbaner Intervention. Sie generiert politische Hybride als immer raumspezifische Settings mit situierten Körpern unter Verwendung von unterschiedlichen Medien. Claudia Bosse entwickelt international Installationen und arbeitet für Museen, Architekturen, Theater sowie Stadträume. Sie unterrichtet, hält Vorträge, publiziert, initiiert und nimmt teil an Research-Projekten und arbeitet kontinuierlich zusammen mit Künstlerinnen und Künstlern sowie Theoretikerinnen und Theoretikern verschiedener Genres. Derzeit arbeitet sie an dem mehrformatigen Zyklus IDEAL PARADISE.