shifts

„Wir lernen Dinge, Menschen und Ideen kennen und beschreiben diese Begegnungen und Auseinandersetzungen in Bewegung, Wort, Ton und Bild. Wir versuchen dabei unseren Fragen eine Form zu geben, die den Betrachter involviert, informiert und berührt, und die uns wie ihn gleichermaßen fordert.“

Krump 'n' Break Release / ©David BrandstätterFestina Lente / © David BrandstätterNotebook / ©Elian Bachini

PORTRÄT

PRODUKTIONEN

shifts sind David Brandstätter und Malgven Gerbes, ein deutsch-französisches Duo, das sich ganz ungewöhnlichen Paarungen verschrieben hat. Mal bringen sie den bühnenfernsten aller Ghetto-Tänze, das Krumping, bekannt aus den französischen Banlieues, auf die Bretter der Bühnenkunst (Krump ‚N‘ Break-Release, 2014). Mal knüpfen sie die in der Choreografie sonst übliche Zählkunst der Tänzerinnen und Tänzer an ein lustiges Spiel. Eine Gruppe von Menschen zählt von 1 bis 100, ohne dass die nächst folgende Zahl von mehr als einer Person ausgesprochen werden darf – passiert dies, geht es wieder von vorne los (Festina Lente, 2013). Fällt in Südkorea ein Sack Reis um, stellen sie aus dessen Inhalt fern im Westen mit dem Besen ordentliche Linien und feine Tanzkunst her (Notebook von 2008, es tourt noch heute). In Air, ihrer jüngsten Arbeit, sind es Biografie, Ballett und Behutsamkeit, die die gesamte Bedeutungspalette ihres Shifts mit buchstabiert: Dass sich Menschen und Dinge ändern, Paarungen wechseln, Bedeutungen verschieben, ist die Grundkonstante ihres Lebensprojekts „art in movement“, einer Kunst, die sich tatsächlich nur durch Bewegung ändert und darum nie ein fertiges Werk sein kann. Vier Frauen, die sie in Air porträtieren, zeigen einen Tanz, wie er sich selbst betrachtet. Diese Kunst, permanent die Perspektive zu verschieben, hat nur einen Nachteil: nie wirklich ein Markenzeichen herstellen zu können. Aber sie hat einen unschätzbaren Vorteil: So ehrlich wie bei shifts geht es sonst nur selten auf der Bühne zu.
Arnd Wesemann 

Freiheit (2014)

Krump ’N’ Break Release (2014)

Air (2015)

Raumfelder (2016)

Revisit (2016)

BIOGRAFIE

MATERIALIEN

shifts steht für den Wechsel von einem definierten Zustand in einen anderen und impliziert damit eine Dynamik des Übergangs. Der Name der 2007 gegründeten Künstlergruppe um Malgven Gerbes und David Brandstätter ist bezeichnend für ihre Arbeitsweise. Hinter der Gründung von shifts steht die Überzeugung, dass ein ständiges Wechseln der Perspektive, eine Verlagerung des Gleichgewichts, eine Änderung der Ausgangsposition, das Verstellen externer Parameter und das Umschalten zwischen verschiedenen Ansätzen Bedingungen sind für jede ernst- und dauerhafte Auseinandersetzung. Jedes Stück wird zu einem Zoom auf eine Frage, die ihr besonderes Interesse geweckt hat und die sie dem Publikum vorstellen wollen.