Anna Till

„Meine künstlerische Arbeit bewegt sich an den Grenzen der Lesbarkeit von Bewegung. Der Wechsel zwischen Abstraktion und erkennbarer Form erzeugt Irritation. Minimale Verschiebungen eröffnen einen anderen Blick auf den menschlichen Körper.“

Flat Scream / © Vojtech BrtnickyFlat Scream / © Vojtech BrtnickyWhat happens next / © Martina Gamine

PORTRÄT

PRODUKTIONEN

In ihrer choreografischen Praxis rückt Anna Till beharrlich den tanzenden Körper ins Zentrum. Mit unstillbarer Neugierde erkundet sie körperliche und alltägliche Bewegungen, befragt deren Materialität, Ästhetik und Wahrnehmung. Statt großer Narrative verfolgt sie basale Fragen der Interaktion und Begegnung von Körpern und der Ästhetik des Alltäglichen. So zeichnen sich ihre Bühnenstücke Flat Scream (2014) und What happens next (2015) durch eine Konzentration auf reine Bewegung sowie den Kontrast aus analytischer Klarheit und spielerischer Irritation aus. Mit bewusster Reduktion und Abstraktion schafft Anna Till in ihren Choreografien vielfältige Assoziationsräume voller Poesie. Im TANZFONDS ERBE Projekt undo, redo and repeat (2014) erforscht sie gemeinsam mit Christina Ciupke die Bewahrung, Vermittlung und Wiederholung von tänzerischer Vergangenheit. Hier spüren die Tänzerinnen der Bedeutung physischer Erinnerung und körperlicher Präsenz im Prozess der Weitergabe, Übersetzung und Aneignung kinästhetischen Wissens nach. Über die Grenzen klassischer choreografischer Bühnenarbeit hinweg weben Till und Ciupke ein dichtes, multimediales Projekt aus Performance, Ausstellung und Web-Archiv. Zentral für Anna Tills tänzerisches und choreografisches Schaffen ist die unentwegte Befragung des eigenen Mediums im interdisziplinären, kollektiven Austausch: Kollaboration als künstlerische Praxis lautet so ihr Geheimnis. Im Wechselspiel der Künste und im Erproben multipler Formate erobert sie stets neue Perspektiven und Räume für Tanz und Choreografie.
Cindy Denner 

Flat Scream (2014)

Ich und Du ist nicht gleich Wir (2014)
Johanna Roggan & Anna Till

undo, redo & repeat (2014)
Christina Ciupke & Anna Till, a TANZFONDS ERBE project

Achse, Ader, Zeh – nicht aufhören zu erzählen (2015)
Ulrike Feibig, Juliane Schmidt & Anna Till

dimensional (2015)
Johanna Roggan, Romy Schwarzer & Anna Till

What happens next (2015)

parallel situation (2016)

BIOGRAFIE

MATERIALIEN

Anna Till studierte Tanz, Kontext, Choreografie am Hochschulübergreifenden Zentrum Tanz Berlin (HZT) und Kulturwissenschaften in Lüneburg. In wechselnden Kooperationen mit Künstlerinnen und Künstlern unterschiedlicher Genres entwickelt sie Bühnenprojekte, die national und international gezeigt werden. In Dresden ist HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste wichtiger Partner und Arbeitsort. Gemeinsam mit zeitgenössischen Kunstinstitutionen entwickelt sie interdisziplinäre Ausstellungsformate. 2013/14 realisierte sie mit Christina Ciupke das TANZFONDS ERBE Projekt undo, redo and repeat. 2015 war sie Choreographer- in-Residence in Košice in der Slowakei, eingeladen vom Goethe-Institut. 2016 nimmt sie an dem TURN Projekt Shifting Realities teil.